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Ein Leben nach der Elternzeit

Elternzeit – das klingt für viele (nicht Eltern) nach einem Jahr Auszeit und ganz viel Zeit für sich. Zugegeben, eine genaue Vorstellung davon, was einem in der so genannten Elternzeit erwartet, hat man vor dem ersten Kind natürlich nicht, dafür bleibt aber eine Menge Raum für Phantasie und Träume …

Foto: kerstinmueller.me

 

Dass man nicht immer, und vor allem schon gar nicht mit Baby, alles genau planen kann, erfuhr auch ich in der zweiten Woche meines Mutterschutzes – der abrupt durch die vorzeitige Geburt meines ersten Sohnes unterbrochen wurde – meine erste Elternzeit begann somit 5 Wochen früher als „geplant“.

Ein Mutterschutz- und Elternzeitrechner hilft euch, selbst bei solch ungeplanten Situationen den Überblick über das zu behalten, was euch laut Gesetz zusteht.*

Foto: kerstinmueller.me

 

Ganz anders dagegen der Beginn der zweiten Elternzeit, sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin war alles bis auf das letzte Söckchen vorbereitet, Windeln gekauft, Bettchen bezogen und das Ticket für die Oma gebucht. Und dann kam BabyE. natürlich nicht zu früh, im Gegenteil, er ließ sich wirklich Zeit und ich am Ende einleiten.

Foto: kerstinmueller.me

 

So unterschiedlich sie auch waren, beide Elternzeiten habe ich total genossen. Seit fast einem Jahr ist meine zweite Elternzeit nun vorbei – und ich? Schon nach den ersten Wochen als Familie war mir klar, dass ich keine 40 Stunden mehr arbeiten gehen wollte. Auf einmal gibt es da jemanden, der an Wichtigkeit einfach alles übertrifft, und für den man wirklich alles tun würde. Mit den letzten verwirrten Hormonen nach dem Abstillen verflüchtigt sich das brennende Gefühl, rund um die Uhr für sein Baby da sein zu wollen ganz von selbst. Und das ist auch gut so, denn mit jedem Schritt Richtung Selbständigkeit, bekommt man als Mama auch Stück für Stück seine kleinen Freiräume wieder.

Foto: kerstinmueller.me

 

Viele Frauen orientieren sich mit dem Mama-Werden beruflich um, verlagern ihre Prioritäten und starten nach der FamilienZeit noch einmal neu. Auch ich habe mich für ein anderes berufliches Umfeld entschieden. Mein Job soll mir Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen und ein verständnisvolles, authentisches Umfeld bieten, anstatt einer 40-Stunden-Woche plus unbezahlten Überstunden.

Foto: kerstinmueller.me

 

In neuen und ungewohnten Situationen, gerade was Mutterschutz, Elternzeit und Kita-Betreuung angeht, schafft man es oft nicht, die besten Möglichkeiten für sich als Familie zu finden. Mir fallen etliche Beispiele ein: Selbständige machen „unbezahlte“ Elternzeit, ein Elternteil verzichtet komplett aus Respekt vor dem Arbeitgeber oder eher aus Angst vor dem Verlust der Arbeitsstelle … es fehlt einfach das Know-How und oft auch die Zeit, sich intensiver mit solchen Dingen beschäftigen zu können.

Nehmt euch die Zeit, macht euch immer wieder klar, was für euch in den nächsten Jahren am Wichtigsten ist. Was steht ganz oben auf eurer Bucket-List: ferne Reisen, Hausbau, Selbstständigkeit? Wollt ihr mehr Zeit mit euren Kindern verbringen und verzichtet dafür (zumindest eine Zeit lang) auf ein zweites volles Einkommen, oder wollt ihr doch lieber beruflich voran kommen und finanziell unabhängig sein?

Ein Leben mit Kindern stellt uns immer wieder vor neue Herausforderungen, aber so blöd der Spruch auch klingt, es stimmt einfach: Man wächst mit seinen Aufgaben.

*In freundlicher Zusammenarbeit mit Haufe.

Alle Bilder von  Kerstin Müller.

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