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Minimalismus in der Familie – schafft Platz und Zeit, spart Geld und Ressourcen

Minimalismus beginnt im Kopf

Denn da sollten wir anfangen. Bevor wir wahllos Dinge aus unserem Alltag verbannen, wegwerfen. Um sie dann wenig später durch neue zu ersetzen. Der Weg zu einem sinnvollen Minimalismus im Familienalltag findet (bei uns) vor allem durch eines statt:

AUFRÄUMEN. Zum einen meine ich damit die physische Unordnung aufräumen. Denn Ordnung zu halten, raubt den meisten Familien extrem viel Zeit. Um klar denken und strukturiert arbeiten zu können, und damit meine ich in meinem Fall sowohl Care- als auch Lohnarbeit, brauche ich ein geordnetes und aufgeräumtes Umfeld. Da hilft mir ein ganz einfaches Mantra: Alles hat seinen Platz. Und wenn jeder aus der Familie diesen Platz kennt, hilft das schon eine ganze Menge mehr Zeit statt Zeug mit der Familie zu teilen.

Aber ich meine auch die psychische Ordnung.

Sich frei machen von Gedanken, die blockieren, zuviel Arbeitsspeicher rauben und ständig im Kopf rumgeistern. Wir brauchen dies, wir brauchen das, wir müssen und sollten … Mir hilft weniger mehr. Das merke ich vor allem, seit ich eine eigene Familie haben. Auch wenn Rituale und Rhythmen Kraft ersetzen können, und so dem Alltag mehr Raum für entspannte Familienzeit bieten, bleibt es beim #mentalload . Wenn die Gedanken dann neben dem üblichen Familienkram auch noch um zu tätigende Neuanschaffungen kreisen (der Toaster ist kaputt, welche Schuhe kaufen wir den Kindern, die Pfanne ist mal wieder zerkratzt und der Staubsauger macht komische Geräusche) dann ist man am Ende des Tages mehr als müde. Denn all diese Entscheidungen die getroffen werden müssen, erschöpfen uns.

Dieser Blog ist primär aus dem Gedanken heraus entstanden, werdenden Familien Hilfe und Tipps für langlebige, nachhaltig produzierte und qualitativ hochwertige Produkte zu empfehlen. Produkte die Sinn machen, ihren Zweck erfüllen, nur einmal angeschafft werden müssen und im besten Fall noch weitergegeben werden können. Um mir auch selbst einen Überblick darüber zu verschaffen, was man als werdende Eltern und als Familie wirklich braucht.

Ihr findet hier eine kleine Liste meiner ganz persönlichen Tipps, für einen einfachen Wohlfühl-Minimalismus als Familie:

  • äußere Ordnung schaffen und einmal in der Woche nachsortieren (alles hat seinen Platz – Ordnungshelfer)
  • Keinen sichtbaren Platz für Chaos (Spielbereiche abgrenzen)
  • Multifunktionsmöbel anschaffen (Montessori- und Waldorfinspiriert, zeitlos und langlebig)
  • Mitwachsende Möbel (ersparen Zeit und Geld)
  • auf „Schichi“ verzichten (lieber auf Zeitlosigkeit, Qualität und Langlebigkeit setzen statt auf Deko und Trends)
  • Zeit statt Zeug – je mehr Zeug man besitzt, desto mehr Zeit verbringt man mit der Pflege der Dinge (Kleiderschränke, Kammern und Keller regelmäßig aussortieren)
  • Sparpläne und Sparziele einsetzen, statt Kompromisse beim Möbelkauf eingehen
  • Nur aufbewahren, was einem wirklich wichtig ist (das gilt auch für Bücher)
  • digital säubern – Mails, Fotos und Videos in regelmäßigen Abständen aussortieren … und die schönsten 24 für den Adventskalender raussuchen 😉 (das wirkt sich auch gut auf unseren digitalen Fußabdruck aus)
  • Dinge abhaken – oder hinnehmen. Ohne sie ständig verändern zu wollen (stattdessen Wünsche analog formulieren)
  • Lebenseinstellung auch nach Außen kommunizieren (so weiß das Umfed mit welchen Dingen es dir und deiner Familie einen Gefallen tun kann, und mit welchen es euch als Familie nur belasten würde)

Gebraucht geht immer! Im besten Fall findet man zeitlose und langlebige Produkte gebraucht. Die Qualität spricht dann für sich. Auch wenn „Gebraucht kaufen keine Lobby hat“ (so hat es Saskia ganz treffend formuliert) gibt es doch immer mehr Anbieter, die sich auf bestimmte Gebraucht-Produktbereiche spezialisieren. Kleider und Möbel werden einfach gemietet, statt gekauft.

 

Homestory – Foto: Kerstin Müller

Mit Trends aufräumen

Das wichtigste überhaupt, um sich nachhaltig von all dem Zeug um uns herum zu befreien: befreien wir uns von Trends. Produkte, die uns immer wieder digital begegnen, erwecken permanent auch unsere Sehnsüchte. Führen wir uns also vor Augen, dass genau das auch gewollt ist! Es ist Werbung, man möchte uns suggerieren, dass wir genau jetzt ein neues Sofa brauchen. Undzwarsofort. Wir haben das Geld nicht? Egal, es gibt diverse Zahlungsoptionen und den Kauf in Raten. Also worauf warten wir noch? Und denk nur wie gut sich die Farbe des Sofas in unserem InstaFeed macht! Es ist schon wahnsinn, wenn man sich das vor Augen führt. Vor allem wenn man sich (wie ich) gerne mit Interior beschäftigt … In einem Punkt fällt es mir allerdings schon leichter auf Schnellkäufe und Überkonsum zu verzichten: Nachhaltigkeit. Wenn das Produkt nicht nachhaltig oder fair produziert wurde, fällt es kategorisch raus. Das hilft enorm und schränkt die Auswahl ein. Und soll es dann trotzdem noch unbedingt genau dieses Produkt sein, hilft immer noch ebay. Während man also Geld für das neue Traumsofa spart, denn fair und nachhaltig produziert ist immer teurer als Fast-Furniture, ziehen weitere Trends durch Social Media. Und man hat genug Zeit sich für sich zu überlegen, ob es denn am Ende der Sparzeit jetzt wirklich genau dieses Sofa sein muss, oder eigentlich doch lieber wieder das, was man vor drei Jahren schon so gut fand.

Was hilft denn jetzt, um sich von dieser Trendabhängigkeit loszusagen, und seinen eigenen Stil zu finden, der langlebig und funktional den Familienalltag übersteht?

  • Newsletter löschen
  • Influencern entfolgen
  • Werbeblättchen und Kataloge abbestellen
  • Bücher oder Blogs zum Thema lesen
  • eine Alternativbeschäftigung suchen
  • freimachen von alten Denkmustern (wie Dinge zu sein haben)
  • Vorbilder im echten Leben suchen (der ausgewanderte Großonkel, die minimalistischen Nachbarn)
  • Geld in Kultur und Reisen mit der Familie stecken – oder an wirklich Bedürftige spenden – oder Naturschutzprojekte unterstützen

Die ausschlaggebensten Argumente, bzw. Fragen, die ich mir vor jeder (trendgesteuerten) Neuanschaffung stelle:

Will ich das haben, was alle haben? Was alle tragen? Will ich machen was alle machen? 

Ist es überhaupt das Richtige für unsere Familie?

Erfüllt es einen Zweck und haben wir Platz dafür?


„Minimalismus ist kein Lebensinhalt, Wohntrend oder Lifestyle. Minimalismus ist im Kern ein Werkzeug. Eine mentale Checkliste, die wir immer dann hervorholen können, wenn wir vor einer zu großen Auswahl an Dingen oder Möglichkeiten stehen.“

Saskia alovelyjourney.com

 

Statt aber jetzt hinzugehen und mit dem Finger auf die anderen zu zeigen und sie belehren zu wollen, sollten wir als inspirierendes Vorbilder durch unsere Umwelt gehen, den Wert der Dinge schätzen, und versuchen durch einen achtsamen Umgang diesen so lang wie möglich aufrecht zu erhalten.

 

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